Ob ein Baby geschüttelt wurde, ist gar nicht so leicht zu erkennen. Das Fatale: Äußerlich ist ihm häufig nichts anzusehen. Oftmals sind sich die Täter selber nicht im Klaren darüber, welche Verletzungen und somit Schädigungen ihr Kind erlitten hat. Sie reden sich deshalb gern ein, dass gar nichts passiert sei.

Vom Verursacher wird das Schütteln deshalb oft bagatellisiert. Doch es gibt eindeutige Anzeichen für ein Schütteltrauma-Syndrom. Folgende Symptome deuten auf eine Traumatisierung und somit eine Schädigung des Zentralen Nervensystems hin:

Symptome beim Schütteltrauma-Syndrom

  • Das Kind wirkt apathisch, ist blass und schreckhaft, erbricht.
  • Das Kind ist schlapp und hat keinen Muskeltonus mehr. Wie bei einer Puppe hängen Arme und Beine schlaff herunter.
  • Das Kind hat Krampfanfälle.
  • Das Kind hat Schnappatmung.
  • Der Atem setzt aus.
  • Das Kind ist bewusstlos nach dem Schütteln. Es fällt in einen komatösen Zustand.

„Diese Symptome treten in unterschiedlichen Ausprägungen und sofort nach dem Schütteln auf“, erklärt Privatdozentin Dr. med. Dragana Seifert, Rechtsmedizinerin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE).

Umso wichtiger ist es, dass Betreuer, ob Eltern, Nachbarn und Babysitter, die typischen Symptome, die auf ein Schütteltrauma hinweisen, rasch erkennen und sofort den Notarzt rufen.

Sofort Hilfe holen

Wenn Eltern den Notarzt rufen oder mit den Ärzten im Krankenhaus sprechen, ist es wichtig, diese sofort möglichst vollständig über das Geschehene aufzuklären.

Häufig werde aber die Diagnostik verschleppt und erschwert, indem die Eltern oder andere Betreuer die Unwahrheit sagen. (Häufige Schilderungen sind etwa: „Ich habe das Kind so vorgefunden“, „Es ist beim Füttern plötzlich blau angelaufen“ oder „Es ist vor drei Tagen von der Couch gefallen“.)

„Transparentes und offenes Verhalten hilft nicht nur dem Kind, sondern wird auch zugunsten des Täters ausgelegt“, appelliert Professor Dr. med. Klaus Püschel, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am UKE, deshalb an jene Eltern und Betreuer, die das Kind geschüttelt haben.